ABC Kitesurf

faq

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Angela Trawoeger
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Wir haben mit Chiara, unsere kitesurferin, (danke Chiara!), über das ABC des Kitesurfings gesprochen, eine Art FAQ für alle, die der Kite-Sport reizt, die ihn aber noch nicht ausüben!
Solltet ihr weitere Fragen haben, die hier nicht besprochen werden, postet sie einfach am Ende des Artikels!

Was ist Kitesurfing?

Da es hier sehr gut erklärt wird, zitiere ich direkt aus Wikipedia!

Kitesurfing (Kitesurf oder Kiteboarding) ist ein relativ junger Wassersport, der 1999 als eine Variation des Windsurfens ins Leben gerufen wurde. Der Sportler steht dabei auf einem Board und wird von einem Lenkdrachen, den die Kraft des Windes antreibt, über das Wasser gezogen. Der Drachen wird mit der Kite-Bar gesteuert, die mit 4 oder 5 Leinen (ca. 22 bis 30 m lang) ausgestattet ist. Es gibt Kites in verschiedenen Größen. Je stärker der Wind ist, desto kleiner sollte der Kite sein. Du kannst beim Kiten einfach übers Wasser gleiten (freeriden) oder Tricks und verschiedene Manöver durchführen (freestyle). Je nachdem, an welchem Spot du bist und welche Windverhältnisse herrschen, kannst du in hohen Wellen abreiten (wavestyle) oder durch Flachwasser (wakestyle) heizen. Die verschiedenen Styles erfordern auch verschiedene Arten von Kite-Boards: In großen Wellen nimmst du am besten ein Directional, das ist ein Surfboard, das nur in eine Richtung fährt. Für Sprünge und in flachem Wasser wählst du in der Regel ein bidirektionales Board (Twin-Tip), mit dem du in beide Richtungen fahren kannst. Verantwortlich für die rasante Entwicklung des Kitesurfens ist, abgesehen vom geringen Umfang und einfachen Transport des Materials, die Schnelligkeit, mit der das Gleiten und das Durchführen von Manövern und Sprüngen erlernen werden kann.

Wie alt muss man sein, um Kiten zu lernen?

Hier herrschen verschiedene Ansichten und es hängt in erster Linie davon ab, wo geschult wird, wie die Windverhältnisse vor Ort sind und wie die körperliche Fitness und das Gewicht des Sportlers sind. In der Regel wird Kitesurfen nicht vor dem 10. Lebensjahr unterrichtet.

Muss man besonders fit sein, um an einem Kitekurs teilzunehmen?

Definitiv nicht. Kitesurfen ist ein leicht zu erlernender Sport, und, um ein grundlegendes Level zu erreichen, muss man nicht sehr sportlich sein.

Ist es gefährlich?

Wie in allen Sportarten erfordert auch das Kitesurfen Aufmerksamkeit, Verständnis und Respekt vor den Wetterbedingungen, anderen Wassersportlern und allen Regeln die dazugehören. All das wird während eines Kitekurses erläutert und eingeübt. Deshalb ist ein Kurs mit erfahrenden Instruktoren unbedingt zu empfehlen. Das Surfen wird dabei in der Regel deutlich schneller erlernt und durch ein intensives Training im Umgang mit dem Kite und allen Sicherheitsmaßnahmen werdet ihr optimal vorbereitet und mögliche Gefahren minimiert.

Welcher Jahreszeit ist geeignet?

Die Saison am Gardasee geht von April/Mai bis September/Oktober und selbst an kalten Wintertagen findest du da draußen immer wieder ein paar Enthusiasten.

Wie kann ich anfangen?

Du beginnst mit einem spezifischen Kurs. Kite-Schulen bieten verschiedene Kurse an, vom 1-Tages-Schnupperkurs, bei dem du ausprobieren kannst, ob der Sport zu dir passt, bis hin zu Einsteiger-, Fortgeschrittenen- oder Freestyle-Kursen.

Ist der Sport für Männer und für Frauen geeignet?

Natürlich! Es gibt keine speziellen Einschränkungen, was das Alter oder die körperliche Fitness und schon gar nicht, was das Geschlecht betrifft. Dank spezieller Kurse und Angeboten hat die Zahl der Kitesurferinnen in den letzten Jahren stark zugenommen.

Welches Material braucht man und was kostet es?

Am Anfang wird das komplette Material (vom Kite bis zum Neoprenanzug) von der Kite-Schule bereitgestellt und die Mitarbeiter können dir sicher auch für dich geeignetes Material empfehlen.
Zum Kitesurfen brauchst du:
- Kite
- Bar
- Kiteboard
- Trapez
- Schwimmweste (am Gardasee verpflichtend)
- Helm (empfehlenswert für Anfänger, aber auch für Freestyle und Racing)
- Neoprenanzug (für den Gardasee am besten einen für die kältere Jahreszeit und einen für die Sommersaison).
Die Preise für Kite-Equipment variieren stark, je nachdem, ob du neues oder gebrauchtes Material kaufst: für einen Kite, ein Board, Neoprenanzug und Trapez musst du für Spitzenmaterial mit ca. 1500 Euro rechnen, eine gebrauchte Ausrüstung bekommst du schon für unter 1000 Euro.
Gute Deals und Top-Material kannst du häufig am Ende der Saison an den Surfschulen ergattern. Idealerweise kennst du das Material bereits und weißt, wie du damit umgehen musst.
Wenn du neues Material kaufen möchtest, solltest du zu einem vertrauensvollen Shop gehen. Möglicherweise kann dir die Schule, bei der du den Kurs gemacht hast, einen Tipp geben.

Wie viele Stunden braucht man, um den Sport selbständig ausüben zu können?

Das hängt natürlich in erster Linie davon ab, wie schnell du lernst; durchschnittlich sind 5-6 Stunden Unterricht und ein wenig begleitendes Kiten ausreichend.

Was sind die meisten Fehler beim Lernen?

Wenn du davon sprichst, richtig gut zu werden in diesem Sport und alleine an immer riskanteren Sprüngen und Manövern übst, kannst du schnell in gefährliche Situationen geraten. Auch bei der Wahl des Equipments können Fehler gemacht werden. Man sollte nicht einfach das günstigste gebrauchte Material im Internet bestellen (z.B. 200 Euro für ein Segel), ohne sich damit auszukennen. Auch beim Rausgehen aufs Meer oder einen See mit wenig Erfahrung und ohne das Revier und die Windbedingungen genau zu kennen, kannst du dich schnell in Gefahr begeben.

Deshalb solltest du dich immer ausreichend über die Konditionen und speziellen Gefahren des Spots informieren, an dem du kitesurfen möchtest. An den meisten Orten wird mittlerweile ein Grundschein verlangt, der nach erfolgreichem Abschluss eines Kurses ausgehändigt wird.

Was muss ich zum Kiteunterricht mitbringen?

Badekleidung, ein Handtuch, etwas Sonnencreme und möglichst viel Vorfreude.

Wo kann ich am Gardasee kitesurfen?

Am Gardasee gibt es zwei Stellen, an denen du gefahrlos selbständig rausgehen kannst und wo Leute nach dir Ausschau halten. An allen andren Stränden ist das Starten und Landen von Kites aus Sicherheitsgründen und Platzmangel verboten. Einer der beiden Plätze ist der Malcesine KiteCLub in Navene. Er liegt an der Ostküste zwischen den Grenzen von Trentino und Malcesine. Den anderen Spot findet ihr an der Westküste in Campione del Garda. Die Kite-Station dort heißt Compione Kiteclub.
Beide Plätze sind offiziell bekannte und anerkannte Stationen, die von den lokalen Kiteclubs geleitet werden und bei denen du dich als Independent Kiter registrieren kannst.
In Trentino gibt es spezielle Einschränkungen: vom 15. Oktober bis 28. Februar kannst du von früh bis spät kitesurfen; den Rest des Jahres kannst du hier nur nach 18 Uhr rausgehen oder einen „Lift“ nehmen. Wenn eine Regatta stattfindet, ist das Kitesurfen in Trentino komplett untersagt. Es gibt diverse Kiteschulen am Gardasees, die Kitern einen „Lift“ mit dem Motorboot anbieten oder ihren Unterricht vom Boot aus durchführen. So könnt ihr auch die Stellen mit den besten Windbedingungen erreichen.

Was genau ist ein „Lift-Service“?

Ein Lift-Service ist ein Shuttle zu einer Stelle auf den See (Hin-und Rückfahrt), an der die Windbedingungen gut sind und wo dein Schirm vom Boot aus gestartet werden kann. Alle Kiteschulen bieten einen solchen Lift-Service an. Er richtet sich an selbständige Kiter, die zum besten Windspot möchten und keine Lust haben am Strand zu warten, bis sie ihren Schirm starten können. Der Service wird aber auch von denjenigen genutzt, die noch am Erlernen von Techniken und Manövern sind. Mit dem Lift-Service kommst du nicht nur zum besten Windspot, er bietet dir auch größtmögliche Sicherheit und einen Lift zurück, falls etwas Unerwartetes passiert. Wenn du keine Freunde oder Bekannte hast, die auch kitesurfen, solltest du zu der Schule gehen, wo du gelernt hast.

Drei Tipps vor dem Start:

  • Wenn du weißt, wo du hin möchtest, forsche nach der Schule, die dir am vertrauensvollsten erscheint.
  • Wenn du in der Nähe eines Kitesurfing-Spots wohnst, gibt es dort sicher einen Shop in der Nähe, der dir eine Surfschule empfehlen kann.
  • Mache einen Kurs! Habe Spaß und lass dich treiben von diesem wunderbaren Sport, der, wenn du nicht aufpasst, dein Leben und die Planung deiner Freizeit für immer verändern wird!

Danke Chiara und...habe Spaß!

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