Heftiger Sturm am Gardasee

Artikel

Photo:
Angela Trawoeger
All rights are reserved

Rider:
Fabio Calò ITA 720
Spot:
Assenza di Brenzone

5. März 2015: Wind und Sonne am Gardasee… und was für ein Wind!

Ein unvergesslicher Tag!

Ich fuhr in Richtung Norden und stoppte am Strand von Campagnola, um über den See zu schauen. Die Wasseroberfläche sprühte geradezu, was 40 Knoten Wind oder mehr bedeuten musste!

Ein Wind von 40 Knoten oder mehr wird als Sturm klassifiziert - auf der Beaufort-Skale bedeutet das Windstärke 8-9.

In Gedanken versunken, eilte ich zurück zum Studio und krallte mir mein Material. Es war ein Tag, den man nicht verpassen durfte!

Als ich wieder zurück in Campagnola war, kam mir zudem der Gedanke, dass es großartig wäre, die Farben des Sees und den Effekt, den der Sturm erzielte, von weiter oben aus, zu fotografieren. Ich traf mich mit meinem guten Freund Fiore und wir entschieden uns, gemeinsam nach Assenza, vor die Insel, zu fahren.

Auf dem Weg dorthin trafen wir Fabio Calò, der gerade vom Windsurfen am Crero (an der mittleren Ostküste des Gardasees) zurückkehrte.

Für alle, die Fabio noch nicht kennen - er ist der derzeitige italienische Windsurf-Champion in den Wellen, der ursprünglich aus Turin kommt, aber nun seit über 10 Jahren am Gardasee lebt.
Fabio ist Teil des internationalen Windsurfing Teams für Marken wie Starboard, Severne, Unifiber, AL360 und LSD Fins, zudem ist er Chefredakteur von 4Windsurf und 4Sup, Webredakteur von www.4windsurf.it und www.4sup.it und er organisiert die Wave Clinic in Südamerika und Marokko sowie Freestyle Clinic hier am Gardasee.

Hier kommt nun seine Schilderung des Tages:

5 März 2015: Ein heulender Wind hatte den Gardasee erreicht. In Böen von mehr als 40 Knoten blies er von Nord nach Süd.

Die Vorhersagen wurden bestätigt: Nordwind in Garda, Bora an der Adria und starke Winde über ganz Italien; dank eines Tiefdruckgebietes, das sich direkt über Mittelitalien niedergelassen hat und was zur Folge nun Sonne im Norden und Schlechtwetter im Süden von Italien hat.

Da ich heute keine Möglichkeit sah, ins Wasser zu gehen, beruhigte ich mein Gewissen, indem ich die nächste Ausgabe des 4Windsurf-Magazins in Angriff nahm. Die Webcam von Pra jedoch hielt mich auf dem Laufenden und ich konnte sehen, dass der Wind nicht schwächer wurde, sondern eher noch zunahm. Um etwa 14 Uhr, nach ein paar Telefonaten, hörte ich, dass in Desenzano (im Süden des Gardasees) WELLEN gesichtet wurden. Und so entschied ich mich, so schnell wie möglich in die Nähe von Desenzano zu kommen.

Als ich an der Ostseite des Gardasees in Richtung Süden fuhr, kam ich an Alberto’s Haus vorbei. Ich war in Gedanken bei ihm… und ich war mir sicher, dass er mich von dort oben im Auge hatte.

Die Gardesana war kaum befahren und die Windböen fegten schneller als mein Bus; fast der ganze See war von Sprühwasser bedeckt, was bedeutete, dass die Böen mindestens 40-45 Knoten stark sein mussten!

Als ich in Crero ankam, war nur ein einziger Windsurfer im Wasser und kämpfte mit einem 3.3er. Ich entschied mich für mein 3.7er und so kam der Tag, an dem ich auf dem Gardasee mein kleines Waveboard fahren konnte. Das Wasser war 14 Grad, aber kalt war mir nicht. Es gab Sonne, Wind und masthohen Chop … einfach unglaublich! Nach ein paar Stunden wurde es Zeit, aus dem Wasser zu kommen und zurück an die Arbeit zu gehen.

Doch kurz nachdem ich meinen Heimweg angetreten hatte, klingelte das Telefon…, hey, es war meine gute Freundin Angela mit Fiore, langjährige Fotograf für das Magazin - sie hatten mich auf der Gardesana gesehen und seien nun in Assenza vor der Insel, um Fotos vom See zu machen.

Ich war direkt bei Ihnen. Der Wind wurde noch stärker - ein wahnsinniges Naturspektakel.
In den ganzen 10 Jahren, die ich hier lebe, habe ich so etwas nicht gesehen, und schon gar nicht mit solch einem Sonnenschein! Fiore fragte mich direkt: „Hey, hast du Lust noch ein paar Schläge für uns zu fahren? Es wäre toll, wenn wir ein paar Fotos machen können!“

Zurück in den nassen Neoprenanzug, das 3.7er und mein 77-Liter Waveboard fertig machen und auf ging’s für eine weitere Session aufs Wasser. Fiore und Angela fragten mich noch nach ein paar speziellen Manövern, die sie gerne fotografieren wollten.
Die Ergebnisse könnt ihr euch gerne in der Fotogalerie anschauen.

Ein Tag, den man nicht vergisst!

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