Zwei Tage mit Aaron Hadlow

Interview

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Angela Trawoeger
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Der fünfmalige Weltmeister und Gewinner des letzten King of the Air Aaron Hadlow war am 25. Und 26. Juli in Malcesine. Hadlow ist derjenige, der Wakestyle auf das jetzige Niveau gebracht hat und als Vorbild für jeden jungen Freestyler dient. Er war in Malcesine mit Gianmaria Coccoluto, dem zweimaligen italienischen Meister und europäischem Vizemeister. Sie waren gekommen, um den neuen Vegas North 2016 vorzustellen.

Die zwei Tage wurden von North Kiteboarding und 360corner, dem neuen Pro Shop von North in Malcesine, organisiert.
Der erste Tag fand am Strand in Navene beim KiteClub statt, wo Gianmaria und Aaron eine großartige Show auf dem Wasser lieferten, wobei sie den Vegas 2016 benutzten. Am Strand gab es Gelegenheit das Material von North für 2016 auszuprobieren, vom Vegas über den Dice bis zu den Boards.

Der erste Tag klang am Abend am 360Corner mit einem Dj-Set und einer Party aus. Am Sonntag, nach dem Fotoshooting mit Angela Trawoeger bei Easy Kite, dem offiziellen Malcesine North Center, besuchten Aaron und Gianmaria zwei weitere offizielle North Center in der Gegend, CKM in Marniga und das Kite Center Garda Lake in Navene.

Wir verbrachten zwei Tage mit den beiden wirklich netten Typen. Sie waren nur für eine kurze Zeit bei uns, aber wir, 360gardalife, haben die Gelegenheit genutzt um zu fragen, wie die Dinge grade laufen. Wir haben uns auch erkundigt, wie sie die Kite-Bedingungen am Gardasee fanden, an zwei Orten, die sie vielleicht vorher gar nicht kannten, insbesondere am Sonntagmorgen, als sie vom Schlauchboot aus starteten, bereitgestellt von Easy Kite (vielen Dank an Greg und Giulia), direkt vor der kleinen Stadt Malcesine.

Hier ist das Interview mit Aaron:

Wie alt bist Du?

Ich bin 26.

Dein Lieblingskitespot?

Kapstadt.

Wie kamst du zum Kiten und wer hat dich an den Sport herangeführt?

Mit zehn Jahren habe ich angefangen, die Kites meines Vaters am Strand zu fliegen: er kam vom Windsurfen, aber wechselte zum Kiteboarding, als er das Potential darin erkannte. Ein Jahr später, als er fand, dass ich genug Kontrolle über den Kite hatte, nahm er mich mit aufs Wasser: ich hab’s ziemlich schnell begriffen und liebte es.

Was ist dein Lieblingskit, und wie ist es, als Kiter von North Kiteboarding gesponsort zu werden?

Ich benutze immer das Kit für Wakestyle und Freestyle, deshalb habe ich eine stabile Performance auf hohem Niveau. Ich brauche einen Kite, mit dem ich hoch springen kann, schnell wenden und der stabil ist bei Kite-loops und vor allem verzeihend und der sich für ausgehakte Tricks eignet. Das bedeutet, dass ich den Vegas und Hadlow Boards benutze, bei deren Entwicklung ich North jeweils geholfen habe. Bei den Typen zu unterschreiben war eine der besten Entscheidungen, die ich bis jetzt getroffen habe.

Die Firma funktioniert wie keine andere, sie sind immer einen Schritt voraus, ihre Produkte und Professionalität ist unübertroffen und ich arbeite einfach gerne mit jedem der Beteiligten zusammen.

Wie sieht es mit dem neuen North-Kit für 2016 aus?

2015 haben wir hart am neuen Equipment gearbeitet. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem gesamten Sortiment. Ich probiere nicht jeden Kite und jedes Board aus, aber ich benutze schon viele und ich weiss, dass die Sorgfalt und Mühe, die in diesen Designs steckt, bei allen Produkten dieselbe ist. Dieses Jahr sieht alles besonders gut aus, und die Produkte die ich benutze sind weitgehend verbessert worden. Wir geben uns nie mit einem Design zufrieden: wir finden, dass es immer Raum für Verbesserungen gibt.

Mein neues Board ist das beste, das ich jemals gefahren bin. Ich bin wirklich glücklich, dass sie meine Infos aufnehmen und in das verwandeln konnten, was es jetzt ist. Was die Kites angeht, da braucht es teilweise nur kleine Veränderungen. 2015 gab es einige krasse Veränderungen am Vegas im Vergleich zum Vorgängermodell, und 2016 haben wir davon das beste genommen und die Performance und das allgemeine Feeling noch weiter verbessert.

Wie motivierst du dich jeden Tag ins Wasser zu gehen?

Ich bin motiviert weil ich den Sport liebe. Ausserdem will ich mich weiter vorantreiben und mir beweisen, dass ich der Beste sein kann in dem was ich tue. Das Gefühl, Fortschritte zu machen und neue Moves zu lernen motiviert mich. Was ich hier machen darf ist etwas Besonderes und die Chance, auf höchstem Niveau an Wettkämpfen teilzunehmen ist eine Belohnung an sich.

Wie war die Saison bis jetzt?

Seit ich mich am Knie verletzt habe war der Weg zurück an die Spitze schwierig: das Niveau ist sehr hoch und es gibt viele Leute, die gut genug sind jederzeit einen Event gewinnen zu können. Ich war die meiste Zeit über zweiter und dritter und habe den letzten Event gewinnen können. Ich bin Jahr für Jahr langsam die Rangliste hochgeklettert – fünter 2013, dritter 2014 – hoffentlich kann ich mit dem letzten Event dieser Saison an die Spitze kommen.

Hast du vor einem Rennen bestimmte Rituale oder Techniken für Stressabbau?

Nicht wirklich. Ich bin einfach gut vorbereitet und stelle sicher, dass ich mich auf mein Fahren konzentrieren kann und mir keine Sorgen um mein Kit oder andere Dinge um mich herum machen muss. Ich mache nichts Besonderes, aber sicherlich bin ich ein wenig ruhiger und konzentrierter am Tag des Wettkampfes.

Irgendwelche Ziele für 2016?

Letztes Jahr habe ich mich durch die Rangliste nach oben gearbeitet, aber mir eine Verletzung in Brasilien zugezogen, die mir das Ende der Saison vermasselt hat. Ich hoffe, ich bleibe fit, und ich kümmere mich um meinen Körper, damit ich hart für 2016 trainieren kann. Der Zeitplan für Events ist dieses Jahr wirklich nicht zufriedenstellend und wir wissen nicht, wie viele Events noch übrig sind. Ich werde mein bestes tun, jede Gelegenheit zu nutzen, aber ich habe auch schon angefangen mich auf die nächste Saison vorzubereiten, so dass ich um den ersten Platz kämpfen kann.

Fühlst du Dich durch Nachwuchstalente unter Druck gesetzt?

Ja, aber das ist gut. Ich war mit 18 genauso, und jetzt gibt es zwei junge Typen die an der Spitze sind. Ich bin der älteste unter den Spitzenreitern auf der Tour, aber das Alter ist egal: man muss nur auf seinen Körper achten. Zwischen einem Siebzehnjährigem und Achtzehnjährigen in Deutschland auf dem Podium zu stehen ist keine kleine Sache. Ich kite und treffe mich viel mit Liam Whaley in Tarifa, zwischen Events, und es ist motivierend mit ihm zu fahren.

Wie verstehst du dich mit Gianmaria? Seid ihr euch das erste mal begegnet?

Ich hab ihn schon öfter gesehen und finde, dass er gut abschneidet. Er hat ein hohes Niveau und seit ich ihn kenne hat er sich noch verbessert. Es ist großartig ihn im Team bei North Kiteboarding zu haben.

Wie fandest du das Willkommen und die italienische Kitingszene insgesamt?

Ich fand es großartig. Der Spot, den ich am Gardasee besucht habe war sehr einzigartig und es war unglaublich zu sehen, wie viele Leute hier Kiteboarden. Alle waren sehr freundlich und daran interessiert, eine gute Zeit zu haben, was toll ist wenn man einen neuen Ort besucht. Marco Baiocchi hat Erfahrung als Athlet, deshalb weiss er wie es ist zu reisen, und das hat geholfen meinen Aufenthalt unkompliziert und unterhaltsam zu machen.

Es gibt viele Unterschiede zwischen dem Meer und dem See – kein Sand, Süßwasser, Schlauchboot-Lifts... wie fandest du das?

Ich kite wirklich gerne im Süßwasser, ohne Salz und Sand. Allerdings starte ich gerne in einer offenen Umgebung auf dem Boden. Es kann schwierig sein, von einem Boot aus zu starten. Für die Leute vom Gardasee war das etwas sehr normales und ihre Erfahrung damit war unglaublich und hat es wirklich einfach gemacht.

Wie fandest du die Ora-Wind nachmittags und die Peler-Wind morgens?

Es war atemberaubend die Winde von beiden Seiten kommen zu sehen und zu wissen, dass das regelmäßig passiert! Ich kenne keinen Ort, an dem man mit zwei Windrichtungen an einem Tag Kiteboarden kann.

Mit dem Peler-Wind morgens muss man früh aufstehen – manche finden das traumatisch, aber dann befindet man sich auf einmal in der Mitte des Sees und die Sonne geht über den Bergen auf... wie war das für Dich?

Ich mag es auch nicht so gerne, direkt aus dem Bett heraus Kiteboarden zu gehen, denn ich muss mich gut erholen um meinen Körper zu regenerieren und brauche Zeit um aufzuwachen und meine Muskeln dazu zu bringen, gut zu funktionieren: das Verletzungsrisiko ist hoch, aber manchmal ist es Teil der Arbeit und man kommt damit klar.

Es kann erstmal hart sein, aber wenn man dann auf dem Wasser ist kann es wunderbar sein, besonders am Gardasee: man sieht die Sonne zwischen den unglaublichen Bergen aufgehen, und dafür lohnt es sich früh aufzustehen!v

Was hat dir während deiner zwei Tage in Garda am besten gefallen?

Am besten hat mir der schöne Lage und Szenerie gefallen.

Was würdest jemanden empfehlen, der an den Gardasee zum Kiten kommt?

Wenn man in Europa ist und nicht nahe am Meer oder Strand ist dieser Ort großartig; es ist schwer Plätze zu finden, die landlocked sind und guten Wind haben. Es ist wirklich einzigartig und toll an diesem Spot zu kiten.

Wirst zu zurückkehren und uns besuchen?

Ich hoffe, ich finde die Gelegenheit wiederzukommen.

Danke Aaron und viel Glück mit allem! Es war eine große Freude, dich hier bei uns zu haben.

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