SUP Rennfahrer Peter Bartl überquert den Gardasee: eine Reise von 100 Kilometern, an nur einem Tag

Interview

Photo:
Angela Trawoeger
Courtesy Hermann Stricker

Am dritten August überquerte der Österreichische SUP Rennfahrer Peter Bartl vom Australischen JP Team den Gardasee von Norden nach Süden an nur einem Tag.

Torbole - Peschiera - Torbole: 105 Kilometer in 13 Stunden und 40 Minuten.

Hallo Peter, erzähle uns doch ein bisschen darüber.

Ich machte mich um 5:30 oder 5:40 Uhr von Torbole aus auf den Weg und zu Beginn war alles noch ganz ruhig. Dann begann der Peler mit 10-12 Knoten zu wehen, und er schob mich mit kleinen, sanften Wellen voran.

Die Sonne hinter den Bergen aufgehen zu sehen, während man auf dem Brett auf dem Wasser steht, ist großartig, aber gleichzeitig hoffte ich, dass sich die Sonne noch etwas länger verstecken möge: ich wusste, dass es einen heißen Tag geben würde. Von Malcesine bis Torri stieg die Temperatur immer mehr an und ich paddelte für über 10 Stunden non-stop in der brennenden Sonne.

Von Torri bis Peschiera wurde es etwas anstrengender. Es wehte überhaupt kein Wind und auf dem unteren Teil des Sees war viel los. Es war richtig chaotisch in Peschiera. Obwohl alle im Urlaub waren, herrschte Chaos! Der See war voll von Menschen und die Boote fuhren sehr dicht an mir vorbei und erzeugten viele Wellen, die mich ziemlich störten.

Ich erreichte Peschiera in weniger als 6 Stunden, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 53 Kilometer hinter mir und fühlte mich sehr optimistisch.

Zurückzukommen, war ziemlich kompliziert. In Torri begann ich, die Müdigkeit zu spüren und ich musste oft für kurze Pausen anhalten. Ich hatte Essen und Wasser dabei und musste die Schlauchboot-Crew nur 3mal um Vorräte bitten. Ich war ziemlich unmotiviert. Ich war so müde, im psychologischen Sinne.

Physisch ging es mir gut, ich spürte keinen Schmerz – aber ich fühlte mich trotzdem erschöpft. Es war so heiß, es gab keinen Wind, der mich voranschob. Ich erreichte Malcesine um 18 Uhr, nahm mir am Wwwwind Square eine Pause, um mich dann auf den Weg nach Torbole zu machen. Ich paddelte die letzten 11 Kilometer nach Torbole mit einer sehr leicht wehenden Ora, und erkannte am Strand von Torbole die JP Flaggen am Strand. Ich sagte mir selbst: „Ich bin fast da. Ich habe es geschafft!“

Ich erreichte Torbole um 19:20 Uhr. Meine Paddeltour dauerte also 13 Stunden und 40 Minuten. Ich schaffte es tatsächlich an einem einzigen Tag den ganzen Weg zu hin und zurück zu paddeln: 105 Kilometer in der Sonne. Ich wusste, dass es anstrengend werden würde, und das war es auch! Trotzdem ging alles sehr gut.

Wer sind deine Sponsoren?

Dieses Mal wurde ich von Jp-Australia, TracTrac und Hermann Stricker von Wwwwind Square Malcesine gesponsert.

JP Australia war mein Board-Sponsor. Ich benutzte hier ein Allwater Board, den Downwind 2016 14x25, ein wunderbares Brett, es war definitiv die beste Wahl fuer dieses Projekt.

TracTrac gab mir das Equipment, um den Trip zu tracken, online und live. Es war super, den Leuten die Möglichkeit zu geben, meinen Paddeltrip zu verfolgen – und für mich war es motivierend, zu wissen, dass mein Trip live verfolgt wurde. Außerdem war es klasse, meinen eigenen Trip am nächsten Tag nochmal anzuschauen.

Hermann unterstützte mich an den Tagen vor dem Rennen und er begleitete mich außerdem in einiger Entfernung im Schlauchboot. Zu wissen, dass jemand im Falle eines Falles da ist, unterstützte mich darin, mich stark und sicher zu fühlen.

Meine anderen Sponsoren sind Munich-Sup, Welcon and Supskin.

Warum hast du dir den Gardasee ausgesucht?

Die Idee, den Gardasee komplett von Norden nach Suden zu überqueren, hat mich schon immer fasziniert, da es ein besonderer Ort für mich ist. Hier habe ich als Kind das Windsurfen erlernt und ich mochte die Gegend schon immer.

Windsurfen finde ich inzwischen eher nervig. Es hängt so sehr von den Windkonditionen ab: wenn es keinen Wind gibt, brauchst du den Wind – und umgekehrt. SUP ist anders. Der Wind ist zwar ein wichtiger Faktor, aber es ist immer möglich, aufs Wasser zu gehen und zu paddeln.

Wie ist der Gardasee fürs SUP Fahren? Der Gardasee ist eine super Location für Wassersportarten. Du kannst viele Windabwärts-Touren machen, das Wetter ist warm und du kannst das ganz Jahr über paddeln. Die Konditionen sind sehr vielfältig. Jeder kann geeignete Konditionen für seine Dimensionen finden – es ist es immer wert, zum Paddeln an den See zu kommen.

Was würdest du denjenigen empfehlen, die Interesse haben, am Gardasee SUP zu fahren?

Man sollte ein breiteres Brett nehmen, als das, das ich für meine Tour genutzt habe, insbesondere, wenn du nicht so oft paddeln gehst. Es wäre gut, ein 28-30inch breites Brett zu nehmen, da diese stabiler sind und damit einfacher, in Balance zu bleiben.

Am Anfang empfehle ich, einfache und kurze Touren zu machen. Ich würde nicht gleich die See-Überquerung, die ich gemacht habe, empfehlen! Für diejenigen, die es trotzdem ausprobieren möchten, empfehle ich, längere Pausen von ein paar Tagen einzulegen – dann ist es genießbarer und weniger ermüdend!

Wirst du wieder hierher zurückkommen?

Natürlich! Ich plane, hier zweimal im Jahr für die Windabwärts-Kurse in Malcesine mit Hermann und [Wwwwind Square Malcesine] (http://www.wwwind.com/it) herzukommen, der diese Kurse das ganze Jahr über anbietet.

Für diejenigen, die das SUP Fahren noch nicht ausprobiert haben, aber fasziniert davon sind, den Leuten beim Paddeln zuzuschauen: 90% aller Teilnehmer, die einen SUP Kurs starten, sind absolute Anfänger.

Die Zahlen der Anmeldungen steigen stetig. Wir sind bemüht, ein breites Spektrum an Kursen anzubieten. Ich werde mich um die Fortgeschrittenen-Kurse kümmern und die Windabwärts-Kurse anbieten, während die Anfänger sich immer und das ganze Jahr über auf Hermann verlassen können.

Gibt es weitere Projekte?

Ich habe gelernt, dass lange Touren auf flachem Wasser nicht so mein Ding sind. Ich mag sie nicht so sehr, da sie physisch und mental ermüdend sind. Ich plane ein neues und wichtiges Projekt für die nächste Herbst/Wintersaison: Ich will von Grado nach Venedig paddeln. Es ist eine Windabwärts-Strecke von ungefähr 80-90 Kilometern mit der Bora, einem starken Nordostwind. Manchmal wechselt der Wind seine Richtung und dies kann gefährlich sein. Mal sehen, ob ich dieses Projekt mit oder ohne Sponsoren angehe.

Danke dir, Peter, wir sehen uns bald wieder am See!